Lernpatin Heidi Laub vom Kinderschutzbund Kaiserslautern-Kusel e.V. hört nach gut 19 Jahren auf
von Stefanie Seither erschienen 13. Juli 2026 in der Rheinpfalz

19 Jahre war Heidi Laub ehrenamtlich als Lernpatin aktiv.
Etlichen Schülerinnen und Schülern hat sie tatkräftig zur Seite gestanden. Nun gibt sie diese Tätigkeit auf.
Das Lernpatenprojekt des Kinderschutzbundes Kaiserslautern-Kusel bringt Grundschüler und ehrenamtlich Engagierte zusammen, um Kindern den Start in die Schule zu erleichtern und in ihrem von Veränderungen geprägten Leben eine Konstante zu bieten.
Mit Heidi Laub wurde nun eine Lernpatin der ersten Stunde verabschiedet. 19 Jahre lang hat die ehemalige Sekretärin aus Otterberg Schülern der Grundschule Otterbach einmal pro Woche bei der Erledigung ihrer Hausaufgaben zur Seite gestanden, mit ihnen gespielt, große und kleine Sorgen besprochen.
Wenn das eigene Berufsleben zu Ende geht, kann sich schon mal Panik breit machen. So erging es Heidi Laub. Seit 22 Jahren ist sie verwitwet, der Sohn wohnt mit seiner Familie in Karlsruhe. Wenn ich jetzt aufhöre, dann sitze ich den ganzen Tag alleine zu Hause – der Gedanke hat mir nicht gefallen“, erzählt die 82-Jährige.
Also folgte sie dem Vorschlag ihres Sohnes. Sie hat sich was Vernünftiges“ gesucht: eine ehrenamtliche Tätigkeit, bei der sie einmal pro Woche rauskommt. Mein Leichtathletik-Trainer meinte: Ich habe mich immer mit jungen Leuten umgeben, das hat mir gut getan. Da habe ich mir gedacht: Das ist eigentlichen eine gute Idee“, verrät Laub.
„Wenn ich daneben sitze, dann wird es leichter“Wenn ich daneben sitze, dann wird es leichter“
Im Jahr 2007, just zum gefürchteten Renteneintritt, las sie einen Artikel in der RHEINPFALZ, in dem über eine Initiative der Bürgerstiftung Pfalz berichtet wurde. Laub: Die Idee der Lernpaten hat mich angesprochen. Und ich dachte mir: Ich bin pädagogisch nicht vorgebildet, aber ich war Hausfrau und Mutter, habe ein Kind großgezogen, das müsste ja klappen.“ Vorbereitet durch den Einführungskurs, den alle Lernpaten zum Start ihrer Tätigkeit absolvieren, und ausgestattet mit jeder Menge Lebenserfahrung stürzte sich Heidi Laub ins Abenteuer. Mehr als 19 Jahre begleitete sie Schüler der Grundschule Otterbach, traf sich eine Stunde pro Woche mit ihrem“ Kind, brütete über den Hausaufgaben und spielte mit den Kleinen – sofern Zeit dafür blieb. Manche Kinder sind einfach so zappelig, die können das nicht allein. Aber wenn ich daneben sitze, dann wird es leichter und sie können auch ihre Aufgaben machen“, erzählt Laub.
Sie zieht ein sehr positives Fazit: Ich hatte keine besonders schwierigen Kinder. Auch wenn sie häufig ausländische Wurzeln hatten, hatte ich nicht mit
Sprachbarrieren zu kämpfen.“ Bedenken, dass sie aufgrund ihres hohen Alters irgendwann fehl am Platz sein könnte, hatten sich im Gespräch mit der Schulleiterin der Grundschule aufgelöst. Sie erklärte Laub: Junge Eltern haben diese Kinder selbst. Aber die Großeltern sind oft weit weg, haben vielleicht selbst keine Zeit oder nicht die Möglichkeit sich zu kümmern. Umso wertvoller ist Ihr Engagement hier, der Umgang von lteren mit den Kindern ist ein ganz anderer.“ Konstanz und Zuverlässigkeit gegenüber der Schule und ihrem“ Kind waren Laub all die Jahre wichtig.
„Wenn ich daneben sitze, dann wird es leichter“Der Mathe-Knoten ist geplatzt“
An einen Spezialfall erinnert sie sich mit einem Schmunzeln: Mir hat irgendwann mal ein kleiner Junge gesagt: Ich hasse Mathe! Da habe ich doch mal ein bisschen mit ihm reden müssen, habe ihm erklärt: Du wirst dein ganzes Leben lang mit Mathematik zu tun haben – in einer Familie, in der es eine Gastwirtschaft gibt, bleibt das nicht aus. Ein paar Jahre später bin ich seiner Mutter begegnet und sie meinte: Frau Laub, der Mathe-Knoten ist geplatzt. Das hat mich sehr gefreut.“
Quellenangabe: Rheinpfalz
Foto: Stefanie Seither